
Indische Pflegefachkräfte
Viel Potenzial für das deutsche Gesundheitssystem
Die Fachkräftezuwanderung aus Drittstaaten ist seit 2021 deutlich gestiegen. Zudem kommen immer mehr internationale Fachkräfte aus Indien – vor allem hochqualifizierte junge Erwerbstätige aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). So überrascht es wenig, dass indische Fachkräfte 2024 zu den bestverdienenden Zugewanderten in Deutschland gehören.
Aber auch im Gesundheitsbereich nimmt die Zuwanderung indischer Pflegefachkräfte zu. Dabei soll eine mit Indien unterzeichnete Absichtserklärung inklusive Global Skills Partnership helfen, das volle Potenzial auszuschöpfen.
Faire Anwerbung
Zum einen zielt die Absichtserklärung darauf ab, dass bei der Anwerbung von Fachkräften aus Indien internationale Standards eingehalten werden, wie sie beispielsweise das Gütesiegel “Faire Anwerbung Pflege Deutschland” vorsieht. Danach muss die Anwerbung ausländischer Fachkräfte nachhaltig, transparent und ohne Kosten für die Kandidat:innen erfolgen.
Global Skills Partnerships
Zudem verständigten sich Indien und Deutschland auf die sogenannten Global Skills Partnerships (GSP).
Die GSP haben zum Ziel, in den Herkunftsländern von Pflegekräften eine Ausbildung zu etablieren, die sowohl den nationalen Anforderungen als auch den deutschen Standards für Pflegefachkräfte entsprechen. Dies geschieht durch die Zusammenarbeit einer deutschen Universitätsklinik oder Pflegeeinrichtung mit einer ausländischen Bildungseinrichtung, die das Lehrprogramm gemeinsam anpassen. Die Ausbildung umfasst auch Deutschunterricht bis B2-Niveau und interkulturelles Training, um die Pflegekräfte auf das Leben und Arbeiten in Deutschland vorzubereiten.
Dieses Programm gibt außerdem vor, dass keine bereits ausgebildeten Pflegekräfte abgeworben werden dürfen. Vielmehr ist das Ziel, Ausbildungskapazitäten in den Partnerländern zu erweitern, um mehr Fachkräfte für das Gesundheitssystem zu gewinnen. Die Partnerländer profitieren vor allem vom Wissenstransfer: So sorgt die Erweiterung des Ausbildungsplans um deutsche Inhalte dafür, dass die pflegerische Versorgung in den Partnerländern, insbesondere im Bereich der ambulanten und stationären Langzeitversorgung von pflegebedürftigen Personen, an Qualität zunimmt.
Deutschland profitiert von diesem Programm gleichermaßen: Langwierige Anerkennungsverfahren für internationale Fachkräfte sollen entfallen und somit schneller und weniger kostenintensiv ausfallen.
Fazit
Die Fachkräftezuwanderung aus Indien birgt für Deutschland ein hohes Potenzial. Die Zahlen zeigen, dass es sich bei indischen Zugewanderten um hochqualifizierte junge Fachkräfte im erwerbstätigen Alter handelt, die den deutschen Arbeitsmarkt enorm bereichern können – nicht nur in MINT-Berufen, sondern auch im Gesundheitswesen.
Die zwischen Indien und Deutschland getroffene Absichtserklärung hat hierbei das Potential, die Einwanderung indischer Fachkräfte zu vereinfachen und zu beschleunigen. Deutschland verschafft sich dadurch einen Vorteil gegenüber anderen Ländern, insbesondere englischsprachigen. Das frühzeitige Erlernen der deutschen Sprache verschafft den Anwerber:innen Sicherheit und erleichtert die Eingliederung in Deutschland.
Außerdem bietet ein schnellerer Anerkennungsprozess einen weiteren Vorteil für Deutschland. So können indische Pflegefachkräfte schnell nach ihrer Ankunft in ihrem erlernten Beruf arbeiten und bleiben nicht unnötig lange hinter ihrem Potential zurück. Denn in Pflegeberufen müssen internationale Fachkräfte oft Qualifizierungsmaßnahmen nachholen und dürfen währenddessen nur als Pflegehilfskraft arbeiten. Eine zügige Anerkennung trägt zudem zu einer besseren Integration und höheren Zufriedenheit bei.
Da auch Indien von den angepassten Lerninhalten profitiert und die Qualität der Pflege steigern kann und voraussichtlich mehr Pflegekräfte ausbilden wird, sind die GSP eine Win-Win-Situation für beide Länder.
Über die Autorin
Katharina Weckend, Content & SEO Managerin
Katharina arbeitet seit diesem Jahr bei lingoking als Content und SEO Managerin. Sie ist verantwortlich für die Content- und SEO-Strategie und schreibt Texte für die Website, den Ratgeber und andere Medien von lingoking. "Ich freue mich, in unserem Rategeber Wissen weiterzugeben und so zu helfen, Sprachbarrieren weiter einzureißen."




